Manitoulin Island

USA/CDN 99


12.Tag: Markham - Tobermory - Fähre nach South Baymounth - Manitowaning

Wir fahren um 9:20 Uhr in Markham bei Toronto los, das Wetter ist wieder gut und nicht mehr so heiß. Diesmal fahren wir auf dem Hwy 407 nach Westen (das fotografische Erfassen des Nummernschilds zur Bezahlung betrifft uns ja nicht!) und dann die R10 und R6 nach Norden. Unser Ziel ist es, die Fähre, die um 15:40 Uhr in Tobermory ablegt, rechtzeitig zu erreichen. (Die um 20 Uhr kann man reservieren, diese jedoch nicht.) Wir kommen durch einige kleine Dörfer und schließlich nach Owen Sound, wo wir tanken und das Visitor Center besuchen. Dort macht man uns (wie sich herausstellte unnötig) Angst, dass wir die Fähre evtl. nicht mehr schaffen könnten. Deshalb machen wir auch keine weiteren Abstecher, z.B. in den Bruce Peninsula NP und sind schon um 13:20 Uhr auf dem noch halbleeren Parkplatz am Fähranleger in Tobermory.
Die Fähre kommt!

Die Fähre kommt!

Wir setzen uns auf die Terrasse eines Restaurants in die Sonne und nehmen einen Imbiss zu uns. Dann warten wir auf die Fähre, die eine dreiviertel Stunde verspätet eintrifft. Nach der zügigen Einfahrt der Autos legen wir um 16:30 Uhr mit der 'Chi Cheemaun' ab.

Blick von der Fähre

Blick von der Fähre

Es geht durch die Bucht und zwischen kleinen Inseln hindurch hinaus auf den Lake Huron. Zunächst sitzen wir noch draußen in der Sonne, doch dann bläst der Wind so heftig, dass wir uns nach drinnen verziehen. Nach 1 1/2 Stunden kommt wieder Land in Sicht und wir erreichen um 18:15 Uhr den Hafen von South Baymouth auf Manitoulin Island. Wir müssen noch 30 km fahren, bis wir in Manitowaning bei unserem Motel ankommen. Es ist ein kleines Motel mit nur 8 Zimmern und ohne Vorbuchung hätten wir Schwierigkeiten gehabt, hier in der Einsamkeit eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Nach dem Auspacken fahren wir in den winzigen Ort und essen in dem einzigen Restaurant zu Abend.

13.Tag: Manitowaning - Wikwemikong (Pow Wow) u.zur., Inselrundfahrt

Gegen 10:30 Uhr fahren wir auf einer schmalen Straße in den Ostteil der Insel. Dieser Teil ist ein 'Unceded Indian Reserve', d.h. ein ursprüngliches Indianerland, das niemals an die Regierung abgegeben wurde oder als Reservat eingerichtet wurde. Der Hauptort ist Wikwemikong ('Biberbucht'), wo jedes Jahr am letzten Juliwochenende ein 'Pow Wow' stattfindet, eine Zusammenkunft vieler Indianerstämme ('Native Americans'), die Neuigkeiten und Geschenke austauschen und die überlieferten Bräuche pflegen. Die wichtigste Veranstaltung ist ein Wettbewerb in Stammestänzen verschiedener Kategorien.

Auf einem großen Platz sind Stände aufgebaut, wo Kunsthandwerk, Schmuck, Kleidung und Essen angeboten wird. Wir bummeln an den Auslagen vorbei und kaufen uns ein Souvenir. Dann nehmen wir auf der Tribüne platz, die kreisförmig aufgebaut ist. In der ersten Reihe sehen wir, wie die Tänzer sich schmücken und schminken. Im Zentrum des Platzes sitzen unter einem Dach die Trommler und Sänger. Um 12 Uhr ist das 'Grand Entree', der Einmarsch aller Teilnehmer im Rhythmus indianischer Musik. Dies ist eine heilige Handlung und es darf nicht fotografiert werden.
Pow Wow

Pow Wow in Wikwemikong

Danach folgen die Tanzwettbewerbe; die besten Teilnehmer bekommen bei der Siegerehrung Geldpreise. Zwischendurch werden die Veteranen begrüßt und geehrt. Nach einiger Zeit räumen wir unsere Tribünenplätze und probieren von den angebotenen Spezialitäten der indianischen Kochkunst. Es schmeckt hervorragend.

Wir verlassen den Festplatz und starten zu einer Rundfahrt über die Insel. Am 'Ten Miles Lookout Point' hat man einen herrlichen Blick über die Bucht mit vielen kleinen Inseln. Ein Souvenir Shop ist auch gleich nebenan. Weiter geht's nach Little Current, einem kleinen Hafenort, wo wir einen Rundgang machen. Dann fahren wir auf einsamen Straßen weiter nach Westen und erreichen den 'Bridal Veil Fall', wo wir einen schmalen Pfad hinuntersteigen. Es ist nur ein kleiner Bach, der hier den Fels herunterstürzt und einige Besucher benutzen das ganze als Schwimmbassin mit Dusche. Über Nebenstraßen kommen wir schließlich von Süden her wieder in Manitowaning an, wo wir im Restaurant zu Abend essen.

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Page updated: Oct 11 1999